„Zur Rettung der Blasmusik“
Nominierung 2026 | Beste Off-Produktion
Foto © Lupi Spuma
„Zur Rettung der Blasmusik“ von Bum Bum Pieces & vanderbolten.production, Inszenierung Simon Windisch, Uraufführung, in Koproduktion mit dem Theater am Werk u.a.
Der Verein zur Rettung der Blasmusik veranstaltet im Rahmen seiner Versammlung zur Rettung der Blasmusik die Aufführung eines Theaterstücks mit dem Titel „Zur Rettung der Blasmusik“. Dass nur drei Vorstandsmitglieder erschienen sind (davon streng genommen nur ein Blasmusiker) und alle anderen sich schon seit langem mit lahmen Entschuldigungen herauszureden pflegen, ist schon ziemlich peinlich. Die verbleibenden Funktionär*innen wagen auch keine Lösung, versteigen sich nur immer mehr in ihrer nerdigen Bürokratie, wobei sie ungeahnte akrobatische Fähigkeiten entfalten. Regisseur Simon Windisch und eine schweizerisch-wienerische Allianz aus freien Gruppen heben die Vereinsmeierei auf einen Sockel. Während sie sich aber einerseits darüber lustig machen, legen sie andererseits den Finger auf eine allzu oft übersehene Wunde der Gesellschaft: Wenn pure Gleichgültigkeit das Vereinsleben killen kann, wozu ist sie dann noch fähig? Ein kleiner, tieftrauriger Abend.
Martin Thomas Pesl








