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Sebastian Rudolph

Nominierung 2026 | Bestes Schauspiel

Sebastian Rudolph | © Marcella Ruiz-Cruz
Foto © Marcella Ruiz-Cruz

Sebastian Rudolph als Georges in „Caché“ nach dem Film von Michael Haneke, Uraufführung, Volkstheater

Das Leben eines bourgeoisen Ehepaares gerät aus der Bahn, nachdem ihnen anonym Überwachungsvideos und unheimliche Postkarten zugestellt werden. Michael Hanekes Film „Caché“ von 2005 bekommt auf der Bühne eine ganz neue, zeitgemäße Dringlichkeit, nicht nur, was unüberwindbare Klassenschranken, sondern auch was verdrängten Rassismus betrifft. Wie Johanna Wokalek und Sebastian Rudolph dieses erfolgreiche, gut situierte Paar spielen, das sich perfekt eingerichtet hat in seinem bürgerlichen Leben, ist eine kleine Sensation: Jede noch so kleine Geste stimmt – das beredte Schweigen zwischen den beiden ist bedrückend. Je näher die verdrängte Vergangenheit an Rudolph heranrückt, desto gehetzter und verbohrter wird seine Figur. „Ich bin dafür nicht zuständig!“, schreit er verzweifelt in die Welt hinaus. Anstatt sich seiner Angst zu stellen, flüchtet er in verhärtete Männlichkeit. Er hat auf jeden Fall recht – selbst, wenn seine Familie, seine Karriere und sein Leben daran zerbrechen. Unglaublich präzise und beindruckend körperlich getrieben füllt Rudolph diese schwierige Rolle aus.
Karin Cerny
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