„Wir töten Stella“
Nominierung 2026 | Beste Bundesländer-Aufführung
Foto © Sandra Then
„Wir töten Stella“ nach Marlen Haushofer, Inszenierung Jakab Tarnóczi, Schauspielhaus Graz
Bei „Wir töten Stella“ handelt es sich ursprünglich um eine Novelle von Marlen Haushofer, erschienen 1958. Meist denkt man bei Bühnenadaptionen von Erzählungen, Novellen, Romanen usw., dass man das nicht unbedingt gebraucht hätte. In dieser Bearbeitung durch den ungarischen Regisseur Jakab Tarnóczi am Grazer Schauspielhaus ist aber wirklich ein schöner Erfolg gelungen. Das liegt freilich auch an dem tollen Ensemble. In der kaum zweistündigen Inszenierung erlebt das Publikum die quälenden Selbstzweifel von Anna, der Stella einst als Pflegetochter anvertraut wurde, geradezu hautnah mit. Nun ist Stella tragisch ums Leben gekommen und Anna will die ganze Schuld auf sich nehmen. Oder doch nicht? Wie schon bei Marlen Haushofer ist auch in Tarnózcis Adaption nichts eindeutig, keine Antwort einfach zu bekommen. Ein gelungener, berührender Abend.
Martin Lhotzky





















