„Die Quelle“ von Calle Fuhr
Nominierung 2026 | Bestes Stück – Autor*innen Preis
Foto © Antoine de Saint Phalle
Calle Fuhr für „Die Quelle“, Uraufführung, Theater am Werk in Kooperation mit DOSSIER und dem Schauspielhaus Wien
Dank seiner gründlich recherchierten Lecture-Performances, die komplexe Phänomene wie René Benko oder die Misere der Deutschen Bahn anschaulich aufbereiten, ist Calle Fuhr mittlerweile so etwas wie ein Theaterstar im deutschsprachigen Raum. Fuhr hat aber nicht nur fürs Dokumentarische Talent, auch fürs Erzählerische. Wenn beides zusammenkommt, wie in der fiktionalisierten Whistleblower-Story „Die Quelle“, dann wird es spannend – ein Attribut, das die meisten Produkte der Gegenwartsdramatik oft gar nicht anzustreben scheinen. Fuhr schreibt griffige Figuren, etwa einen streberhaften Investigativjournalisten, eine empathische Vertreterin des mittleren Managements, eine nicht-so-wirklich-aufstrebende Künstlerin, einen manischen CEO, und führt sie zu einem Plot mit durchaus unvorhersehbarem Ausgang zusammen. Dass das alles möglicherweise so oder so ähnlich irgendwo wirklich passiert ist, verleiht dem Stück eine Extraprise prickelnder Brisanz.
Martin Thomas Pesl







